R. kam in meine Praxis, da ihn der Stress nicht mehr losliess und er immer mehr unter seiner Nervosität litt. Sein Blutdruck war bereits bedenklich hoch und sein Arzt riet ihm dringed, den Stress zu reduzieren.
Im Vorgespräch erwähnte R., dass er nicht versteht, warum er sich dauernd so hetzen lässt und das am meisten von sich selber.
Denn es gibt niemanden an seinem Arbeitsplatz, der das von ihm verlangt. Auch gibt es niemanden, der immer noch bessere Leistungen verlangt, ausser ihm selber. R. war bereits klar, dass er sich mit seinen hohen Ansprüchen in einer Spirale dreht, die immer enger wird. Er erlebte dies immer öfters als ein Gefühl der Enge in seiner Brust.
Im Fall von R. ist die Ursache des Stresses, sein hoher Anspruch an sich selbst. In diesem Fall macht es wenig Sinn, eine Suggestion einzuleiten, da zuerst die Ursache bearbeitet werden muss.
Ich führte R. mittels Hypnoanalyse (Time-Line) zurück in seine Vergangenheit, in die Zeit wo dieses Thema in seinen Leben auftrat.
R. erinnerte sich, wie er sich schon in frühester Kindheit bemühte, Lob und Anerkennung von seinem Vater zu bekommen.
Aber alle Bemühungen schlugen fehl. Er konnte die besten Schulzeugnisse nach Hause bringen und erntete dafür nur ein Stirnrunzeln des Vaters mit immer demselben Spruch 'nur wer noch besser ist, ist gut genug'. R. erinnerte sich, dass ihn dies sehr traurig machte, begleitet von einem tiefen Ohnmachtsgefühl (machtlos), mit einem Gefühl der Einengung in seinem Brustbereich.
Durch diese Emotionen war R. immer noch an die Erlebnisse von damals gebunden, woraus er sein Denken und Handeln ableitete.
Nachdem wir die Ohnmachtsgefühle, das Gefühl der Einengung in der Brust und die Traurigkeit bearbeitet hatten, konnte R. nochmals in die Szenen von damals eintauchen. Nun fühlte er sich gefühlsmässig distanzierter und konnte die Begebenheite neutral, ohne Emotionen, betrachten.
Eine Woche später erzählte mir R., wie er seit der letzten Sitzung sein Drang nachgelassen hat, immer noch bessere Ergebnisse in seiner Arbeit anzustreben.
Freudig berichtet er, dass er dadurch viel mehr Zeit hat, die anstehenden Arbeiten zu erledigen.
Dieses Beispiel zeigt, wie die Blockade aus der Kindheit das Leben von R. bestimmte und sein Denken und Handeln beeinflusste. Und dies in einem Ausmass, das es seine körperliche und psychische Gesundheit beeinträchtigte.
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